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30. Juni: Tauberbischofsheim
Ein W13-ner an der Tauber

Die Kreisstadt Tauberbischofsheim veranstaltete am 30.6. ein Bouleturnier im Rahmen einer überregionalen Sportveranstaltung. Hierbei wurden Leistungen in anderen Sportarten wie etwa Fußball, Fechten, Karate u.v.a. schon öfter gezeigt.
Für Petanque war es Premiere in TBB. Dieses Turnier ist auf die Anregung der Partnerstadt aus Vitry (nahe Paris) in Frankreich entstanden.

Meine Mutter und meine Schwester leben ganz in der Nähe. Daher meldete ich mich zur Teilnahme an: als Einzelperson, aber als Gesandter unserer Spielgemeinschaft "Wilde 13 Darmstadt".

Gespielt wurde Triplette formee, beginnend als Pool zu vier Mannschaften, jeder gegen jeden, also mindestens drei Spiele pro Mannschaft.

Mir wurden zwei wildfremde Partner zugelost; der Helmut (68 Jahre) aus Tauberbischofsheim und der Armin (56 Jahre) aus Werbach-Wenkheim. Helmut hatte vor zwei Wochen zum ersten das Boule-Spiel kennen gelernt, seine Begeisterung entdeckt und gerade am Vorabend dieses Turniers seine neuen Kugeln per Post erhalten. (– Es ist immer eine Augenweide, die jungfräulich blanken Globoli auf dem Boden in der Sonne blitzen zu sehen. - ) Armin bringt 6 Jahre Spielerfahrung ein. Wir treten als "Team TBB 2" an (und auf!).

Gespielt wurde auf planierter roter Erde auf einem Sportplatz, Carree-Aus 4x15 m, an einem Sonnentag; ohne Störung durch die anderen sportlichen Aktivitäten, wenn man die Lautsprecherdurchsagen ignoriert. Für den weißhaarigen Helmut war es derart aufregend, daß er seine Frau als Fotodokumentarin bemühte und zahlreiche Bilder der Parteien geschossen wurden. Er ist Neuling, aber vom Geist und der Lust am Spiel getragen legte er viele wirklich zwingende Kugeln als auf eins gesetzter Spieler unseres Teams. Noch jetzt ist mir seine beinahe kindliche Freude, die aus seinen Augen strahlte, gegenwärtig, wenn wir seine Platzierungen lobten und mit den Kugeln in der Hand Beifall klackerten.

Erster Gegner war Kühlsheim, gemischt: eine Frau, zwei Herren. Wir mußten die Maximalzeit von einer Stunde für diese Partie beinahe vollständig nutzen, um dann nach 57 Minuten das 13:11 zu legen. Auch die Spielleitung war froh, nun die Folgespiele frei geben zu können, weil wir die letzten waren.

Dies hatte den Nach- oder Vorteil, daß wir praktisch keine Pause hatten und sofort in die nächste Partie gegen Markelsheim einstiegen: drei Herren. Es ging schnell: 13:1; wir waren plötzlich bekannt. Wir nutzten das schnellste Spiel des Tages, um uns vom längsten zu erholen. So paradox kann es zugehen.

In dieser Pause haben wir erfahren, dass der Gegner aus Kühlsheim als "sehr stark" bis "Geheimfavorit" eingestuft galt und dass Markelsheim ein Verein ist, der erst vor etwa einem halben Jahr gegründet wurde und ein vorbildliches Spielgelände besitzen soll.

Nun ja, wir waren unbekannt aufgetreten und nun im Gespräch. Auf dem Gelände wurde ich mehrfach auf unsere Leistungen, die mit großem Lob auch gerade von den unterlegenen Spielern aus Kühlsheim ausgesprochen wurden. Das macht stolz. Letzter Gegner im Pool war Würzburg. Es war eine Wohltat gegen die beinahe arrogant auftretenden drei Herren mit dem Ergebnis 13:9 abschließen zu können. Als Pool-Sieger war uns nun die Aufmerksamkeit unter den verbliebenen Konkurrenten sicher. – Ich gestehe, es hat mir geschmeichelt, das erste mal in einem Viertelfinale zu sein.

Unser Gegner in der folgenden KO-Runde war Petanque Vitry, die antraten mit einer Dame, die Vereinsgründerin (1964) ist, und zwei Herren, von denen einer bei der Teilnahme an den französischen Tireurmeisterschaften gelistet ist. (Das haben sie beim späteren Umtrunk offenbart...). Alla: Immerhin haben wir ein 6:13 abringen können gegen eine sehr disziplinierte Crew.

Vitry hat dann auch das Turnier insgesamt gewonnen. Keiner der Gegner konnte mehr als 6 Punkte für sich verbuchen.
Dieses Team ist mir vor allem aufgefallen wegen der knappen internen Gespräche und der Ruhe, die sie in sich als Einzelspieler und für die Crew insgesamt ausstrahlten.

Was dann wirklich schmeichelhaft war: Wir wurden von den Spielern aus Vitry zum Trunk eingeladen als Anerkennung. Leider spreche ich nicht so gut Französisch – aber es macht mir immer mehr Freude, dem Petanque Zeit zu schenken.

Meine Erkenntnis: Als Spieler bist Du immer auch verantwortlich hs ein Teil des Teams, dennoch verlasse Dich auf das, was Du kannst

Thomas (49 / seit7 Monaten bei der W13)

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